Am 28. Juli 2026 fand in der legendären Halle 39 in Hildesheim (Deutschland) das 25. Players Championship Event des Jahres statt. Das heutige und das morgige Turnier sind jedoch von sehr vielen Absagen geprägt. Mit Gary Anderson, Nathan Aspinall, Stephen Bunting, Jonny Clayton, Rob Cross, Joe Cullen, Luke Humphries, Ryan Joyce, Luke Littler, Cameron Menzies, Danny Noppert, Josh Rock, Ross Smith, Dimitri Van den Bergh, Ian White, Luke Woodhouse, James Wade, Ryan Searle, Daryl Gurney, Gerwyn Price fehlen gleich 20 aktive Tourcard-Holder und große Mitfavoriten auf den Titel. Die Chance für große Überraschungen ist somit geboten. Und genau diese Chance nutzte ein junger Mann aus England, wie selten einer zuvor. Der Sieg am Ende geht an Henry COATES. Wer? Ja genau – ein junger Nachrücker der Juniorentour. Somit ist er insgesamt der sechste Titelträger in der Geschichte ohne aktiver Tourcard. Er gewann im Finale mit 8:4 gegen Damon HETA. Nun blicken wir aber konkret auf den Turnierverlauf:
Österreich/Deutschland
Aus österreichischer Sicht waren wie fast immer Mensur SULJOVIC und Rusty-Jake RODRIGUEZ mit am Start. Um den Kampf für ein WM-Ticket zählt jeder Sieg. Nur der heutige Tag sollte zu einer österreichischen Katastrophe werden. SULJOVIC verlor mit 5:6 gegen Steve LENNON, während RODRIGUEZ mit 3:6 gegen Benjamin PRATNEHMER ausschied. Somit waren beide schon raus, bevor es richtig begann.
Aus deutscher Sich waren gleich 17 Spieler mit dabei. Es schieden gleich 12, u.a. die Nr. 1 Martin SCHINDLER, in der ersten Runde aus. Mit Marvin KRAFT, Ricardo PIETRECZKO und Pascal RUPPRECHT erwischte es zwei weitere in Runde 2. Die Aushängeschilder am heutigen Tage waren Max HOPP und Niko SPRINGER. HOPP konnte mit starken Leistungen das Viertelfinale erreichen, während SPRINGER noch einen Schritt weiterkam. Er musste sich erst Damon HETA im Halbfinale geschlagen geben.
T/128
Viele Fans blickten natürlich wie immer gespannt auf die erste Runde, welche Favoriten bereits zu Beginn ins Straucheln kommen. Gleich zu Beginn des Turniers ein Riesenschocker. Mit Wessel NIJMAN schied die Nr. 1 der Pro Tour überraschend aus. Zusätzlich gab es die Niederlage von Dirk van DUIJVEBODE. Mit Peter WRIGHT musste ein mehrfacher Weltmeister ebenfalls die Heimreise nach der ersten Runde antreten.
Insgesamt konnten gleich in der ersten Runde 9 Spieler über 100+ im Schnitt spielen. Der höchste ging an Kevin DOETS. Er konnte bei seinem 6:0 Erfolg über Jenson WALKER 108,65 Punkte im Schnitt werfen.
T/64
In der zweiten Runde ging es mit den Überraschungen munter weiter. Mit Gian van VEEN musste überraschend die Nr. 2 der Welt die Heimreise antreten. Zusätzlich musste in Person von Andrew GILDING ein früherer Tagessieger das Ausscheiden hinnehmen. Mit Raymond van BARNEVELD und Michael SMITH schieden zwei ehemalige Weltmeister ebenfalls aus dem Turnier aus.
In der zweiten runde konnten lediglich drei Spieler über einen Schnitt von 100 Punkten spielen. Der beste Schnitt ging an „Hollywood“ Chris DOBEY. Er konnte bei seinem Sieg über Jimmy van SCHIE, welcher selbst über 100 Punkte im Schnitt warf, starke 102,65 Punkte im Schnitt werfen.
T/32
Weiter ging es mit der dritten Runde. Mit Michael van GERWEN schied hier überraschend einer der Topfavoriten aus, obwohl er einen Schnitt von über 105 Punkten warf. Sein Gegner de GRAAF warf hingegen noch besser. Mit Chirs DOBEY und Jermaine WATTIMENA mussten zwei weitere Mitfavoriten die Segel streichen.
In der dritten Runde konnten fünf Spieler die 100+ Marke knacken. Erstaunlich, dass zwei von ihnen (van GERWEN und HODD) über 105 Punkte im Schnitt warfen und dennoch ausschieden. Der höchste Schnitt ging erneut an Kevin DOETS. Bei seinem 6:5 Erfolg über Justin HOOD warf er starke 108,74 Punkte im Schnitt.
Achtelfinale
In der Runde der letzten 16 gab es das Ausscheiden von Krzysztof RATAJSKI. Der Pole, der zu dem Zeitpunkt der Topfavorit war. Mit Beau GREAVES musste auch die einzige Frau im Feld das Ausscheiden hinnehmen.
Mit dem späteren Sieger Henry COATES und erneut Kevin DOETS, konnten zwei Spieler die 100+ Marke überspielen. Wieder einmal ging der höchste Schnitt an Kevin DOETS. Er konnte bei seinem 6:1 Erfolg über Cristo REYES starke 108,03 Punkte im Schnitt werfen.
Viertelfinale
Die Viertelfinalbegegnungen brachten folgende Ergebnisse:
- Niko SPRINGER bezwang James HURRELL mit 6:4
- Damon HETA setzte sich mit 6:2 überraschend gegen Kevin DOETS durch
- Henry COATES eliminierte Christian KIST mit 6:0
- Jeffrey de GRAAF warf Max HOPP mit 6:1 aus dem Turnier
Hierbei konnten Damon HETA mit 105,05 Punkten und Henry COATES mit 106,09 Punkten im Schnitt die 100+ Marke knacken.
Halbfinale
Die Halbfinal-Begegnungen brachten folgende Ergebnisse:
- Damon HETA bezwang Niko SPRINGER mit 7:4
- Henry COATES eliminierte Jeffrey de GRAAF mit 7:3
Keiner konnte die 100+ Marke überbieten.
Finale
- Henry COATES gewann das Endspiel mit 8:4 gegen Damon HETA. Dabei spielte der junge Engländer 104,88 Punkte im Schnitt, während HETA sogar 106,11 Punkte im Schnitt warf. Was für ein Finale!
Fazit
Was für ein überraschendes Turnier mit einem komplett überraschenden Sieger. Henry COATES ist somit der erst sechste Spieler der Geschichte, der ohne Tourcard ein Pro Tour Event gewinnen konnte. Ihn hatte wohl niemand auf dem Zettel. Auch für den Finalisten, Damon HETA, war es nach langem wieder einmal ein Finaleinzug auf der Pro Tour. Die Überraschung des Tages ist ganz klar der Sieger Henry COATES. Insgesamt konnten gleich sechs Spieler einen 10-Darter werfen. Für Stephen BURTON, Gian van VEEN, Jeffrey de GRAAF Wessel NIJMAN, dem Finalisten Damon HETA und dem Sieger Henry COATES gelang dieser Erfolg. Gleich alle drei 108 Averages von Kevin DOETS landen in den Top 3 des Turniers. Was für eine Konstanz. Am Ende gab es aber das überraschende Aus im Viertelfinale. Seine 108,74 Punkte im Schnitt waren der Topwert des Tages. Insgesamt gab es auch viermal die 170 zu begutachten. Gian van VEEN zum Sieg, Justin HOOD, Bradley BROOKS und Lewis PRIDE konnten diesen Erfolg für sich verbuchen. Zum Schluss gab es noch erwähnenswertes im negativen Sinne. Im Duell von James HURRELL und Kim HUYBRECHTS kam es zu leichten Auseinandersetzungen. Nachdem HUYBRECHTS im Laufe des Matches eine 180 sehr lautstark bejubelt hat, obwohl keine Fans vor Ort waren, rächte sich HURRELL indem er den verwandelten Matchdart im Decinding Leg lautstark bejubelte. Daraufhin kam es zu einem leichten Wortgefecht und keinem Handshake. Zwei emotionsgeladene Spieler unter sich. Was sagt ihr dazu?
Aus deutscher Sicht gab es durch SPRINGER ein Halbfinale und durch HOPP ein Viertelfinale zu bejubeln, darauf kann man für morgen aufbauen. Aus österreichischer Sicht kann es nach der Katastrophe am heutigen tage nur bergauf gehen. Gratulation an die Sensation Henry COATES. In diesem Sinne: Game on und Daumen drücken für das morgige Event Nr. 26.
