PDC Europe Next Gen Event Nr. 15: Hausotter stürmt zum Titel
Am 15. August 2026 wurde im Glaspalast in Sindelfingen das vorletzte Turnier der PDC Europe Next Gen 2026 ausgetragen. Event Nr. 15 wurde im Modus Master Out gespielt und entwickelte sich zu einem besonders wichtigen Turnier im Kampf um die begehrten Plätze für die PDC Europe Super League. Für viele Spieler ging es deshalb nicht nur um den Tagessieg und 1.500 Euro Preisgeld, sondern auch um wichtige Punkte für die Rangliste.
Marcel Hausotter mit perfektem Turniertag
Der große Gewinner des Tages war Marcel Hausotter. Der Berliner spielte sich mit einer beeindruckenden Serie bis zum Titel und krönte seine Leistung mit einem klaren 6:0-Finalsieg gegen Tim Scholz. Besonders stark war dabei seine Leistung im Endspiel: Hausotter erzielte einen Average von 101,33 Punkten, während Scholz auf 87,55 Punkte kam. Damit war Hausotter der erste Spieler, der im Finale des Tages die entscheidende Überlegenheit zeigte.
Sein Weg zum Titel war ebenfalls bemerkenswert. Nach einem 4:1 gegen Marco Jung setzte sich Hausotter zunächst mit 4:1 gegen den Österreicher Patrick Tringler durch. Anschließend besiegte er Kevin Troppmann mit 4:2 und Rowby-John Rodriguez mit 5:1. Im Viertelfinale war somit ein weiterer Österreicher sein Gegner. Im Halbfinale wartete mit Oliver Keßler schließlich einer der großen Überraschungsmänner des Turniers. Hausotter gewann auch dieses Spiel mit 5:3 und zog ins Finale ein.
Für Hausotter war der Erfolg besonders wertvoll, weil er sich damit gleichzeitig die Teilnahme an der PDC Europe Super League sicherte. Vor dem Turnier hatte er noch außerhalb der Top 24 der Next-Gen-Rangliste gelegen. Der Turniersieg brachte ihm nicht nur 1.500 Euro Preisgeld, sondern katapultierte ihn auf Rang elf der Gesamtwertung.
Tim Scholz und Oliver Keßler sorgen für Überraschungen
Eine der größten Überraschungen des Turniers war der Finaleinzug von Tim Scholz. Der Deutsche spielte sich mit Siegen unter anderem gegen Jaimy van de Weerd bis ins Endspiel. Auf dem Weg dorthin setzte er sich im Viertelfinale deutlich mit 5:1 gegen Patrick Klingelhöfer und im Halbfinale mit 5:2 gegen den Niederländer van de Weerd durch. Erst Hausotter stoppte seinen Lauf. Trotz des 0:6 im Finale war Scholz damit einer der großen Gewinner des Tages. Durch die Finalteilnahme verbesserte er seine Position in der Rangliste auf Platz 13 und verschaffte sich eine sehr gute Ausgangslage für die Super-League-Qualifikation.
Noch überraschender war der Lauf von Oliver Keßler. Der Deutsche schaffte es bis ins Halbfinale und besiegte auf dem Weg dorthin unter anderem Mika Donnevert und Finn Behrens. Im Halbfinale gegen Hausotter konnte Keßler zwar drei Legs gewinnen, musste sich aber mit 3:5 geschlagen geben. Mit seinem Halbfinaleinzug gehörte er dennoch zu den größten positiven Überraschungen des Events.
Enttäuschungen: Favoriten scheitern früh
Auf der anderen Seite mussten einige etablierte Spieler Rückschläge hinnehmen. Besonders auffällig war das frühe Ausscheiden von Spielern, die in der Saison bereits zu den erfolgreichsten Teilnehmern gehört hatten. Lenny Schlüter, der in der Gesamtwertung weit vorne lag, musste sich bereits im Achtelfinale Levin Höse geschlagen geben.
Auch der spätere Sieger von Event 14, Jaimy van de Weerd, konnte seinen Erfolg nicht wiederholen. Zwar erreichte der Deutsche das Halbfinale, dort unterlag er jedoch Tim Scholz mit 2:5. Dennoch blieb van de Weerd an der Spitze der Gesamtwertung und ging mit 8.592 Euro als Führender in das abschließende Event Nr. 16.
Die besten Österreicher: Rodriguez und Reisenegger stark
Aus österreichischer Sicht war Rowby-John Rodriguez der erfolgreichste Spieler des Turniers. Rodriguez startete mit einem knappen 4:3 gegen Marc Spalt und arbeitete sich anschließend weiter durch das Teilnehmerfeld. Im Achtelfinale besiegte er Patrick Reisenegger mit 4:1. Im Viertelfinale traf Rodriguez schließlich auf den späteren Sieger Marcel Hausotter. Dort musste er sich mit 1:5 geschlagen geben. Damit erreichte Rodriguez das Viertelfinale und kassierte 250 Euro Preisgeld.
Auch Patrick Reisenegger zeigte eine starke Leistung. Der Österreicher besiegte unter anderem Philipp Prenn und Liam Maendl-Lawrance, bevor er im Achtelfinale gegen seinen Landsmann Rodriguez ausschied. Damit erreichte Reisenegger ebenfalls die Runde der letzten 16. In der Gesamtwertung stand er nach 15 Events sogar auf einem hervorragenden fünften Platz und war damit der bestplatzierte Österreicher.
Patrick Tringler, der bereits im März ein Next-Gen-Event gewinnen konnte, erreichte diesmal die Runde der letzten 64. Dort war gegen Marcel Hausotter Endstation. Trotzdem blieb Tringler mit Platz neun der Gesamtwertung einer der erfolgreichsten Österreicher der Saison.
Schweizer Spieler: Marcel Walpen als bester Schweizer
Bei den Schweizern lag der Fokus besonders auf Marcel Walpen. Er musste sich allerdings bereits in der ersten K.-o.-Runde dem Italiener Dominic Ferrero mit 1:4 geschlagen geben. Damit blieb Walpen diesmal ohne größeren Lauf im Turnier. In der Gesamtwertung lag er nach 15 Events mit 1.480 Euro jedoch auf Rang 23 und hatte vor dem abschließenden Event noch die Chance, sich für die Super League zu qualifizieren.
Damit fiel die Schweizer Bilanz bei Event Nr. 15 insgesamt eher durchwachsen aus. Während Österreich mit Rodriguez und Reisenegger zwei Spieler bis ins Viertel- beziehungsweise Achtelfinale brachte, konnte sich kein Schweizer Spieler bis in die späteren Runden vorkämpfen.
Fazit
Das 15. Event der PDC Europe Next Gen 2026 hatte mit Marcel Hausotter einen verdienten und überraschenden Sieger. Sein 6:0 im Finale gegen Tim Scholz und ein Average von mehr als 101 Punkten machten deutlich, dass er am entscheidenden Tag in einer eigenen Liga spielte. Gleichzeitig sorgten Scholz und Oliver Keßler für überraschend starke Ergebnisse.
Für Österreich waren vor allem Rowby-John Rodriguez mit dem Viertelfinale und Patrick Reisenegger mit dem Achtelfinale erfolgreich. Patrick Tringler schied dagegen bereits in der Runde der letzten 64 aus. Die Schweizer konnten dagegen keine vergleichbare Platzierung erreichen; Marcel Walpen kam nicht über die erste K.-o.-Runde hinaus.
Mit Hausotters Sieg war zugleich der Kampf um die Super-League-Plätze endgültig zugespitzt. Nur einen Tag später stand in Sindelfingen das letzte Next-Gen-Event der Saison an – und damit die letzte Gelegenheit für zahlreiche Spieler, ihre Position in der Rangliste noch entscheidend zu verbessern.
