Bericht zum PDC Europe Next Gen Event Nr. 13
Am 8. August 2026 wurde im Glaspalast in Sindelfingen das 13. Event der PDC Europe Next Gen ausgetragen. Das Turnier wurde im FA-Cup-Modus gespielt, bei dem die Paarungen in jeder Runde neu ausgelost werden. Die Next Gen richtet sich an Spieler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein, die keine PDC Tour Card besitzen. Für die Teilnehmer geht es dabei nicht nur um Preisgeld und Erfahrung, sondern auch um wichtige Punkte und Platzierungen für die Qualifikation zur HYLO PDC Europe Super League.
Daniel Klose bleibt das Maß der Dinge
Der große Sieger des Tages war einmal mehr Daniel Klose. Der 46-jährige Franke setzte sich im Finale mit 6:2 gegen den jungen Deutschen Lenny Schlüter durch und feierte damit bereits seinen vierten Next-Gen-Titel im Jahr 2026. Insgesamt war es bereits sein siebter Turniersieg auf der Next-Gen-Tour. Durch den Erfolg übernahm Klose zudem wieder die Führung in der Order of Merit.
Klose musste sich seinen Titel allerdings hart erarbeiten. In der ersten K.-o.-Runde setzte er sich knapp mit 4:3 gegen Patrick Klingelhöfer durch. Anschließend bezwang er Kevin Kuhn ebenfalls mit 4:3, bevor er Finn Prokop mit 4:0 ausschaltete. Im Achtelfinale folgte ein 4:2 gegen Michael Hurtz. Im Viertelfinale zeigte Klose dann mit einem Average von 101,17 gegen Tim Scholz seine Klasse und gewann deutlich mit 5:1. Auch im Halbfinale ließ er beim 5:1 gegen Marc Spalt nichts anbrennen.
Der Höhepunkt des gesamten Turniers folgte schließlich im Finale. Nach einer 2:0-Führung gelang Klose im dritten Leg ein perfekter 9-Darter. Mit 180, 177 und anschließend 144 Punkten brachte er die 501 Punkte mit nur neun Darts auf null. Für Klose war es nach eigenen Angaben der erste offizielle 9-Darter seiner Karriere. Gleichzeitig war es erst der zweite 9-Darter überhaupt in der Geschichte der Next Gen und der erste, der im Livestream zu sehen war.
Trotz des besonderen Highlights blieb das Finale bis zu einem gewissen Grad spannend. Schlüter konnte noch zwei Legs gewinnen, doch Klose kontrollierte das Match und setzte sich letztlich souverän mit 6:2 durch. Im Endspiel lag Kloses Average bei 92,64, während Schlüter auf 87,15 kam.
Die Überraschung: Lenny Schlüter im Finale
Für die größte Überraschung des Turniers sorgte Lenny Schlüter. Der Niedersachse erreichte erstmals in seiner Karriere ein Finale der PDC Europe Next Gen. Dabei überzeugte er vor allem durch seine Konstanz und kämpferische Stärke. Schlüter spielte während des Turniers Averages im Bereich der 80er und setzte sich unter anderem gegen Christian Schmidt und Patrick Reisenegger durch.
Besonders bemerkenswert war sein Weg durch die K.-o.-Runde. Nach einem 4:3 gegen Merlin Nicolaus besiegte er Roland Lachinger mit 4:2 und anschließend Tim Langstädtler ebenfalls mit 4:2. Im Viertelfinale setzte sich Schlüter mit 5:2 gegen Christian Schmidt durch. Im Halbfinale wartete dann mit dem Österreicher Patrick Reisenegger ein besonders unangenehmer Gegner. Schlüter gewann die Partie knapp mit 5:4, obwohl Reisenegger mit 87,60 den höheren Average spielte. Damit bewies der Deutsche seine Nervenstärke und zog verdient ins Finale ein.
Auch Patrick Reisenegger war eine der positiven Erscheinungen des Turniers. Der Österreicher schaffte es bis ins Halbfinale und war damit der beste Spieler seines Landes. Auf dem Weg dorthin bezwang er unter anderem Luca Limburg, Pascal Wirotius, Daniel Neubauer und Dominic Ferrero. Erst gegen Schlüter musste er sich knapp mit 4:5 geschlagen geben. Für Reisenegger war das Halbfinale ein weiterer Beleg dafür, dass er sich inzwischen in der Spitzengruppe der Next Gen etabliert hat.
Überraschungen und Enttäuschungen
Neben Schlüters Finaleinzug sorgte auch Marc Spalt für eine positive Überraschung. Der Deutsche spielte sich bis ins Halbfinale vor und eliminierte dabei unter anderem Finn Behrens. Im Halbfinale war gegen den überragenden Daniel Klose allerdings beim 1:5 Endstation. Auch für Finn Behrens war das Turnier trotz der Niederlage im Viertelfinale ein Erfolg: Er erreichte die Runde der letzten acht und konnte mehrere etablierte Spieler hinter sich lassen.
Auf der anderen Seite gab es einige enttäuschende Ergebnisse. Besonders überraschend war das frühe Ausscheiden von Marcel Walpen, Patrick Tringler, Laurin Welk und Florian Preis, die bereits in der Vorrunde den Sprung in die K.-o.-Phase verpassten. Gerade Walpen und Tringler gehören zu den Spielern, die im Kampf um die Super-League-Plätze eine wichtige Rolle spielen.
Auch einige bekannte Namen mussten früh die Segel streichen. Michael Klönhammer und Jaimy van de Weerd schieden bereits in den Top 64 aus. Robert Marijanovic und Pascal Wirotius erwischte es ebenfalls in dieser Runde. Für Patrick Klingelhöfer war nach einem Sieg gegen Daniel Klose in der ersten Runde anschließend in den Top 128 Schluss.
Der beste Schweizer
Bei den Schweizern konnte Marcel Walpen diesmal nicht an seine besten Leistungen anknüpfen. Er schaffte den Sprung in die K.-o.-Phase nicht und blieb damit deutlich hinter den Erwartungen zurück. Damit war der Schweizer Auftritt bei Event Nr. 13 im Vergleich zu den starken Leistungen anderer Nationen eher enttäuschend. Walpen steht allerdings weiterhin weit oben in der Jahresrangliste und bleibt damit im Rennen um einen Platz in der Super League. Nach Event 13 lag er auf Rang 20 der Main Order of Merit.
Fazit
Das PDC Europe Next Gen Event Nr. 13 in Sindelfingen hatte mit Daniel Klose einen erwartbaren, aber dennoch beeindruckenden Sieger. Klose bestätigte seine herausragende Saisonform und setzte mit seinem 9-Darter im Finale ein historisches Ausrufezeichen. Der perfekte Leggewinn war nicht nur das Highlight des Turniers, sondern auch ein besonderer Moment für die gesamte Next-Gen-Serie.
Für die größte sportliche Überraschung sorgte Lenny Schlüter mit seinem erstmaligen Finaleinzug. Auch Patrick Reisenegger konnte als bester Österreicher mit dem Halbfinaleinzug überzeugen. Demgegenüber standen die frühen Enttäuschungen von Marcel Walpen, Patrick Tringler und Florian Preis. Insgesamt zeigte das Event erneut, wie eng die Leistungsdichte innerhalb der Next Gen ist und wie schnell sich die Kräfteverhältnisse von Turnier zu Turnier verändern können.
Mit Kloses viertem Saisonsieg bleibt der Kampf um die Qualifikation für die Super League weiterhin spannend. Die besten 16 Spieler der Main Order of Merit qualifizieren sich für das Saisonfinale, hinzu kommen vier Plätze über die Youth Order of Merit. Dort geht es letztlich um den großen Traum: einen Startplatz bei der PDC World Darts Championship 2027.
