Das ČEZ Czech Darts Open 2026 in Prag
Vom 4. bis 6. September 2026 machte die PDC European Tour Station in Prag. Beim ČEZ Czech Darts Open trafen sich zahlreiche der besten Dartspieler der Welt in der PVA Expo. Im Mittelpunkt stand dabei die Rückkehr des Weltranglistenersten Luke Littler auf die European Tour. Nach rund sechs Monaten Pause meldete sich der Engländer eindrucksvoll zurück und sicherte sich am Ende den Turniersieg. Gleichzeitig sorgten einige besondere Ergebnisse und die deutschen Teilnehmer für interessante Geschichten.
Luke Littler gewinnt bei seiner Rückkehr
Der große Sieger des Turniers war Luke Littler. Der 19-jährige Engländer gewann das Finale mit 8:6 gegen Luke Humphries und holte damit seinen ersten Titel beim Czech Darts Open. Für Littler war es bereits der sechste European-Tour-Titel seiner Karriere und gleichzeitig sein zweiter Erfolg auf der European Tour im Jahr 2026.
Littler zeigte bereits in seinem ersten Spiel, dass er trotz seiner längeren Pause nichts von seiner Klasse verloren hatte. In der zweiten Runde traf er auf den Deutschen Niko Springer und gewann mit 6:4. Dabei spielte Littler einen starken Average von 108,59 Punkten. Im Achtelfinale setzte er sich anschließend mit 6:3 gegen den Polen Krzysztof Ratajski durch. Auch im Viertelfinale überzeugte der Engländer und bezwang Danny Noppert aus den Niederlanden deutlich mit 6:0. Dabei erzielte Littler einen Average von 102,48 Punkten.
Im Halbfinale wartete mit Michael van Gerwen ein weiterer Topspieler. Littler gewann auch dieses Duell souverän mit 7:3. Damit kam es im Finale zum ersten European-Tour-Endspiel zwischen Littler und Luke Humphries. Humphries war in Prag besonders erfolgreich und hatte das Turnier bereits dreimal gewonnen. Außerdem war er der Titelverteidiger.
Das Finale entwickelte sich zu einem spannenden Duell. Littler ging zunächst mit 2:0 in Führung, ehe Humphries das Spiel drehte und mit 4:3 vorne lag. Danach übernahm Littler wieder die Kontrolle und gewann vier Legs hintereinander. Humphries verkürzte zwar noch einmal auf 6:7, konnte das Spiel aber nicht mehr drehen. Nach einem vergebenen Dart von Humphries auf die Doppel-16 machte Littler mit einem Treffer auf der Doppel-10 den 8:6-Sieg perfekt. Im Finale spielte Littler einen Average von 95,25 Punkten, Humphries kam auf 94,81.
Überraschungen und besondere Momente
Eine der größten Überraschungen des Turniers war zweifellos die Leistung von Beau Greaves. Die Engländerin schrieb in Prag Geschichte: Mit einem 6:4-Sieg gegen Daryl Gurney wurde sie zur ersten Frau überhaupt, die ein Match auf der PDC European Tour gewinnen konnte. Dabei lag Greaves zunächst mit 1:3 zurück, konnte das Spiel aber noch drehen. Sie erzielte dabei einen Average von rund 92 Punkten.
In der zweiten Runde traf Greaves anschließend auf Luke Humphries. Gegen den späteren Finalisten war für sie allerdings Endstation. Humphries zeigte in diesem Spiel eine herausragende Leistung und gewann mit 6:2 bei einem Average von 108,98 Punkten. Trotzdem bleibt Greaves‘ Erfolg gegen Gurney einer der wichtigsten Momente des gesamten Turniers.
Auch Humphries selbst sorgte für eine bemerkenswerte Geschichte. Kurz vor dem Turnier hatte er wegen einer Schulterverletzung sogar darüber nachgedacht, nicht in Prag anzutreten. Trotzdem schaffte er es bis ins Finale. Auf dem Weg dorthin besiegte er unter anderem Beau Greaves, Andrew Gilding, William O’Connor und Gerwyn Price. Erst gegen Littler endete sein Lauf.
Die deutschen Spieler
Für Deutschland gingen in Prag Martin Schindler und Niko Springer an den Start. Beide schafften es in die zweite Runde, mussten sich dort aber jeweils geschlagen geben.
Martin Schindler, der unter dem Spitznamen „The Wall“ antritt, gewann sein Auftaktspiel gegen Rob Owen mit 6:4. Damit konnte er wichtige Punkte sammeln und seine Chancen auf die Qualifikation für den World Grand Prix verbessern. In der zweiten Runde war für Schindler allerdings Schluss.
Noch mehr Aufmerksamkeit bekam Niko Springer. Der „Meenzer Bub“ erwischte einen starken Start in das Turnier und gewann seine erste Partie deutlich mit 6:0 gegen den slowakischen Debütanten Martin Homola. In der zweiten Runde wartete mit Luke Littler allerdings gleich die Nummer eins der Welt. Springer konnte den Favoriten durchaus fordern, musste sich letztlich aber mit 4:6 geschlagen geben. Besonders bemerkenswert war, dass Littler gegen Springer mit 108,59 Punkten einen Weltklasse-Average spielte.
Aus österreichischer Sicht konnten sich weder Mensur SULJOVIC noch Rusty-Jake RODRIGUEZ für dieses Event qualifizieren.
Fazit
Das Czech Darts Open 2026 war ein abwechslungsreiches European-Tour-Turnier mit einem hochklassigen Sieger. Luke Littler meldete sich nach seiner längeren European-Tour-Pause eindrucksvoll zurück und zeigte mit seinem Sieg, dass er weiterhin zu den dominierenden Spielern der PDC gehört. Sein Finalsieg gegen Luke Humphries war gleichzeitig ein Duell zwischen den beiden aktuell wohl bekanntesten Spielern der Welt.
Neben dem Turniersieg von Littler wird vor allem der historische Erfolg von Beau Greaves in Erinnerung bleiben. Dass sie als erste Frau ein Match auf der European Tour gewinnen konnte, war ein bedeutender Moment für den Dartsport. Aus deutscher Sicht konnten Martin Schindler und Niko Springer jeweils die zweite Runde erreichen. Besonders Springer zeigte mit seinem klaren Auftaktsieg eine gute Leistung und konnte anschließend auch gegen Littler phasenweise mithalten.
Insgesamt bot das Turnier in Prag damit eine Mischung aus Weltklasse-Darts, Überraschungen und historischen Momenten. Besonders der Sieg von Luke Littler und der Rekord von Beau Greaves machten das Czech Darts Open 2026 zu einem der bemerkenswerten European-Tour-Events des Jahres.
