PDC World Grand Prix 2026
Der PDC World Grand Prix 2026 war eines der spannendsten Dartturniere des Jahres. Vom 28. September bis zum 4. Oktober trafen sich die besten Spieler der Professional Darts Corporation (PDC) in Leicester. Das Turnier wurde in der Mattioli Arena ausgetragen und hatte ein Preisgeld von insgesamt 750.000 Pfund. Besonders interessant war die Ausgangslage, weil Luke Littler als Titelverteidiger und Nummer eins der Welt antrat. Am Ende sorgte jedoch nicht Littler, sondern Luke Humphries für die Schlagzeilen: Der Engländer gewann das Turnier nach einem beeindruckenden Comeback gegen Gerwyn Price und holte sich damit seinen zweiten World-Grand-Prix-Titel.
Deutschland/Österreich
Aus österreichischer Sicht konnte sich kein Spieler qualifizieren. Niko SPRINGER konnte sich als einziger Deutscher für das Event qualifizieren. Er verlor jedoch gleich zu Beginn des Turniers in Runde 1 gegen Danny Noppert.
Luke Humphries holt den Titel
Der große Gewinner des Turniers war Luke Humphries. Der 31-jährige Engländer setzte sich im Finale gegen den Waliser Gerwyn Price mit 6:4 Sätzen durch. Dabei sah es zunächst überhaupt nicht nach einem Sieg von Humphries aus. Price erwischte einen hervorragenden Start und ging mit 3:0 in Führung. Humphries bewies jedoch große Nervenstärke und startete anschließend eine beeindruckende Aufholjagd. Er gewann sechs der folgenden sieben Sätze und drehte das Finale noch zu seinen Gunsten.
Für Humphries war der Erfolg besonders wichtig, da er zuvor mehrere große Endspiele verloren hatte. Mit seinem Sieg konnte er diese schwierige Phase beenden und neues Selbstvertrauen gewinnen. Außerdem war es für ihn bereits der zweite Triumph beim World Grand Prix. Seinen ersten Titel hatte er 2023 ebenfalls gegen Gerwyn Price gewonnen. Humphries erhielt für seinen Turniersieg ein Preisgeld von 150.000 Pfund.
Die größten Überraschungen
Für die größte Überraschung des gesamten Turniers sorgte Luke Woodhouse. Der 37-jährige Engländer besiegte in der ersten Runde sensationell den Titelverteidiger Luke Littler mit 2:1. Littler gewann zwar den ersten Satz mit 3:1, konnte seine Leistung danach aber nicht halten. Woodhouse gewann den zweiten Satz und setzte sich anschließend auch im entscheidenden dritten Satz durch. Dabei lag der Unterschied zwischen den beiden Spielern statistisch nur sehr knapp: Littler kam auf einen Average von 82,41 Punkten, Woodhouse auf 82,51.
Auch Michael van Gerwen schied überraschend bereits in der ersten Runde aus. Der dreimalige Weltmeister verlor mit 1:2 gegen Ryan Joyce. Damit gehörte van Gerwen ebenso zu den großen Namen, die früh aus dem Turnier ausschieden. Weitere bekannte Spieler wie Rob Cross mussten ebenfalls bereits in Runde eins ihre Hoffnungen auf den Titel begraben.
Trotz dieser Überraschungen entwickelte sich das Turnier danach zunehmend zugunsten der Favoriten. Gerwyn Price erreichte das Finale und besiegte unter anderem Nathan Aspinall im Halbfinale mit 5:2. Luke Humphries setzte sich auf seinem Weg ins Endspiel gegen Dave Chisnall, Jermaine Wattimena, Niels Zonneveld und James Wade durch.
Die überraschende Niederlage von Luke Littler
Besonders im Mittelpunkt stand die Niederlage von Luke Littler. Der erst 19-jährige Engländer war als Titelverteidiger und Weltranglistenerster nach Leicester gekommen. Deshalb galt sein frühes Ausscheiden als eine der größten Überraschungen der gesamten Veranstaltung. Littler hatte bei großen Ranglistenturnieren zuvor eine beeindruckende Serie hingelegt und war auf britischem Boden sogar 52 Spiele in Folge ungeschlagen gewesen.
Gegen Woodhouse zeigte Littler allerdings nicht seine gewohnte Sicherheit. Vor allem beim Scoring und beim Treffen der Doppelfelder hatte er Probleme. Das ist beim World Grand Prix besonders entscheidend, weil das Turnier im sogenannten „Double-In, Double-Out“-Format gespielt wird. Die Spieler müssen ein Leg zunächst mit einem Treffer auf ein Doppelfeld oder das Bullseye beginnen und es ebenfalls auf einem Doppelfeld oder dem Bull beenden.
Nach dem gewonnenen ersten Satz verlor Littler den zweiten Durchgang knapp mit 2:3. Im entscheidenden dritten Satz konnte Woodhouse die Unsicherheit seines Gegners ausnutzen und gewann mit 3:1. Damit war die Titelverteidigung von Littler bereits nach einer einzigen Partie beendet. Für Woodhouse war der Sieg dagegen ein besonderer Erfolg gegen einen der besten Spieler der Welt.
Fazit
Der PDC World Grand Prix 2026 wird vor allem wegen seiner überraschenden Ergebnisse und des dramatischen Finales in Erinnerung bleiben. Luke Littlers frühes Ausscheiden gegen Luke Woodhouse zeigte, dass auch der Weltranglistenerste nicht unbesiegbar ist. Gleichzeitig bewies Luke Humphries, dass Erfahrung und mentale Stärke bei einem großen Turnier entscheidend sein können. Sein Comeback gegen Gerwyn Price nach einem 0:3-Rückstand war der Höhepunkt des Turniers.
Mit Luke Humphries gewann schließlich ein Spieler, der bereits 2023 erfolgreich gewesen war. Für Price blieb trotz einer starken Turnierleistung nur der zweite Platz. Insgesamt bot der World Grand Prix 2026 damit genau das, was den Dartsport so spannend macht: überraschende Ergebnisse, große Comebacks und ein Finale, das bis zum Schluss offen blieb.
