Bericht zum PDC Europe Next Gen Event Nr. 14
Am Sonntag, dem 9. August 2026, wurde im Glaspalast in Sindelfingen das 14. Event der PDC Europe Next Gen ausgetragen. Gespielt wurde erneut im erst 2026 eingeführten 170-Modus, bei dem die Spieler mit 170 Punkten beginnen und das Leg mit einem Doppel beenden müssen. Für die Teilnehmer war das Turnier besonders wichtig, da nur noch zwei Events bis zum Ende der Next-Gen-Saison ausstanden und damit der Kampf um die begehrten Plätze für die PDC Europe Super League immer spannender wurde.
Jaimy van de Weerd holt den zweiten Titel
Der große Sieger des Tages war Jaimy van de Weerd. Der Niederländer setzte sich im Finale mit 11:7 gegen den Deutschen Lenny Schlüter durch und sicherte sich damit seinen zweiten Next-Gen-Titel der Saison. Gleichzeitig konnte van de Weerd die Führung in der Gesamtwertung zurückerobern. Nach 14 von 16 Turnieren liegt er nun mit 8.146 Euro vor Daniel Klose, der 7.982 Euro gesammelt hat.
Van de Weerd zeigte bereits während des gesamten Turniers eine beeindruckende Leistung. In den ersten Runden setzte er sich gegen Florian Müller, Bastian Sienkewitz und Sebastian Steinmetz durch. Besonders stark war sein Auftritt gegen Marcel Steinacher: Van de Weerd spielte dabei einen Average von 103,94 Punkten und checkte gleich viermal die maximale Punktzahl von 170. Damit gelang ihm eine außergewöhnliche Leistung, die seine Qualität in diesem speziellen Spielmodus unterstrich.
Auch im Achtelfinale gegen Marcel Steinacher und im Viertelfinale gegen Finn Behrens bewies van de Weerd seine Nervenstärke. Gegen Behrens lag er zwischenzeitlich sogar mit 2:6 zurück, drehte die Partie aber noch und gewann mit 10:8. Im Halbfinale setzte er sich anschließend souverän mit 10:5 gegen Deniz Baudis durch. Im Finale gegen Schlüter musste er schließlich mehr Widerstand überwinden. Schlüter führte zwischenzeitlich sogar mit 7:5, ehe van de Weerd die Schwächephase seines Gegners ausnutzte und das Spiel noch mit 11:7 für sich entschied.
Für van de Weerd war der Erfolg auch eine Art Wiedergutmachung. Beim ersten Next-Gen-Turnier im 170-Modus hatte er im Finale gegen Daniel Klose noch mit 0:11 verloren. Nun konnte er gerade in diesem Format seinen zweiten Titel feiern.
Lenny Schlüter sorgt erneut für Furore
Die größte Überraschung des Turniers war erneut Lenny Schlüter. Der erst 18-jährige Deutsche erreichte bereits am zweiten Tag in Folge das Finale. Nachdem er bei Event 13 am Vortag ebenfalls bis ins Endspiel vorgedrungen war, bestätigte er seine starke Form eindrucksvoll.
Schlüter musste auf dem Weg ins Finale unter anderem gegen Carsten Hoffmann, Tim Scholz und Jonathan Parvaneh bestehen. Besonders dramatisch war das Achtelfinale gegen Hoffmann. Beim Stand von 9:9 checkte Schlüter unter Druck 129 Punkte und sicherte sich damit den entscheidenden Durchgang. Im Viertelfinale bezwang er anschließend Tim Scholz mit 10:6, ehe er im Halbfinale Jonathan Parvaneh mit 10:6 ausschaltete.
Im Finale gegen van de Weerd konnte Schlüter zunächst sogar die Kontrolle übernehmen und mit 7:5 in Führung gehen. Danach fehlte ihm allerdings die nötige Sicherheit auf die Doppel. Van de Weerd nutzte diese Schwäche konsequent aus und drehte das Match. Trotz der Finalniederlage war Schlüters Turnier ein großer Erfolg. Durch das starke Wochenende kletterte er in der Main Order of Merit auf Platz neun und unterstrich gleichzeitig seine Bedeutung für die Youth Order of Merit.
Weitere Überraschungen und starke Leistungen
Neben Schlüter sorgte Deniz Baudis für eine weitere große Überraschung. Der junge Deutsche erreichte erstmals ein Next-Gen-Halbfinale und schlug auf seinem Weg mehrere etablierte Spieler. Im Achtelfinale setzte er sich mit 10:8 gegen Michael Klönhammer durch und bezwang im Viertelfinale Kimi Seemann knapp mit 10:9. Erst gegen van de Weerd war im Halbfinale beim 5:10 Schluss. Durch diese starke Leistung verbesserte sich Baudis insbesondere in der Youth Order of Merit deutlich.
Auch Jonathan Parvaneh überzeugte. Der Kölner Bundesligaspieler erreichte ebenfalls das Halbfinale und konnte unter anderem Yannick Müller und David Jeske besiegen. Erst Schlüter stoppte seinen Lauf. Für Parvaneh bedeutete das Ergebnis einen wichtigen Schritt nach vorne in der Rangliste.
Eine der größten Überraschungen des Turniers war außerdem das Ausscheiden von Daniel Klose im Achtelfinale. Der Sieger des Events 13 und damit der Mann, der am Vortag mit seinem 9-Darter für das große Highlight gesorgt hatte, musste sich Tim Scholz mit 8:10 geschlagen geben. Scholz zeigte dabei Nervenstärke und nutzte seine Chancen konsequent. Für Klose war das Ergebnis insofern bitter, da er mit einem weiteren tiefen Lauf die zwischenzeitlich verlorene Ranglistenführung zurückerobern hätte können.
Österreich: Reisenegger und Rodriguez im Achtelfinale
Aus österreichischer Sicht gab es ein solides Ergebnis. Patrick Reisenegger und Rowby-John Rodriguez erreichten jeweils das Achtelfinale und waren damit die besten Österreicher des Turniers. Reisenegger bezwang zunächst Tim Kaufmann mit 10:8 und setzte sich anschließend gegen Carl van Mens sowie Tim Weber durch. Im Achtelfinale war gegen David Jeske beim 9:10 denkbar knapp Endstation.
Auch Rodriguez zeigte eine gute Leistung. Er gewann zunächst deutlich mit 10:1 gegen Emil Janzen und setzte sich anschließend mit 10:9 gegen Marcel Hausotter durch. Im Achtelfinale musste er sich Finn Behrens mit 9:10 geschlagen geben. Damit schafften beide Österreicher den Sprung unter die letzten 16.
Schweiz: Marcel Walpen unter den letzten 32
Der beste Schweizer war erneut Marcel Walpen. Er erreichte die Runde der letzten 32. Walpen setzte sich zunächst mit 10:8 gegen Tommy Tost und anschließend mit 10:4 gegen Marco Jungwirth durch. Im Achtelfinale traf er auf Tim Scholz und musste sich diesem mit 5:10 geschlagen geben. Damit blieb Walpen zwar hinter den österreichischen Spitzenresultaten zurück, sammelte aber dennoch wichtige Punkte und Preisgeld für die Gesamtwertung.
Enttäuschungen und Fazit
Neben Kloses frühem Ausscheiden gab es einige weitere enttäuschende Ergebnisse. Florian Preis, der bereits einen Next-Gen-Titel in dieser Saison gewonnen hat, musste sich diesmal schon in der Runde der letzten 64 mit 4:10 gegen David Eckl geschlagen geben. Auch Patrick Tringler, ein weiterer etablierter Spieler im Kampf um die Super-League-Plätze, kam nicht über die letzten 64 hinaus. Für beide war das Ergebnis angesichts ihrer bisherigen Saisonleistungen eher enttäuschend.
Insgesamt war Event Nr. 14 jedoch ein äußerst spannendes Turnier. Jaimy van de Weerd bewies im 170-Modus seine Klasse und übernahm mit seinem zweiten Saisontitel erneut die Führung in der Gesamtwertung. Lenny Schlüter war mit seinem zweiten Finaleinzug innerhalb von zwei Tagen die große Entdeckung des Wochenendes. Deniz Baudis und Jonathan Parvaneh sorgten mit ihren Halbfinalteilnahmen ebenfalls für Überraschungen.
Für Österreich konnten Patrick Reisenegger und Rowby-John Rodriguez jeweils das Achtelfinale erreichen, während Marcel Walpen als bester Schweizer bis ins Achtelfinale der Schweizer Betrachtung beziehungsweise die Runde der letzten 32 insgesamt kam. Mit nur noch zwei ausstehenden Turnieren spitzt sich damit der Kampf um die Super-League-Qualifikation weiter zu. Die nächsten beiden Events in Sindelfingen werden endgültig entscheiden, welche Spieler den Traum vom großen Auftritt und der Qualifikation für die PDC Europe Super League verwirklichen können.
